Die digitale Welt erfahren und analog begreifbar machen

Abbildung 1: Das Thema digitale Bilder kann über ein Legespiel zum Thema „Pixel“ „begreifbar“ gemacht werden.

Die Digitalisierung prägt inzwischen fast alle Lebensbereiche. So hat sie auch einen entscheidenden Anteil der Lebenswirklichkeit von Kindern. Damit die Kinder einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien erlernen können, sind didaktische Konzepte und Spielräume zum Ausprobieren nötig.

Das Interesse bei den Kindern und pädagogischen Fach- und Lehrkräften an digitalen Bildungsangeboten ist groß. Im Rahmen des Projekts „Digitales Lernlabor in Vor- und Grundschule“ der Forschungsgruppe Elementarinformatik der Universität Bamberg wird in Zusammenarbeit mit Stadt und Martinschule Bamberg in deren Räumen ein Lernlabor zum Lernen mit und über Medien eingerichtet.

Von analog zu digital

In diesem Lernlabor soll der Umgang und der didaktisch sinnvolle Einsatz digitaler Medien vermittelt, erprobt und evaluiert werden. Der Ansatz der Forschungsgruppe besteht darin, bei Kindern Fragen nach der Funktionsweise digitaler Medien zu fördern und erste informatische Grundbegriffe anhand analoger Medien einzuführen. So wird beispielsweise erfahrbar gemacht, wie ein Computer Bilder über Pixel darstellt oder wo Gemeinsamkeiten zwischen einem Kochrezept und einem Algorithmus sind und erklärt, wozu ein Computer einen Algorithmus braucht.

Abbildung 2: Einsatz des Minicomputers Calliope. Dieser ermöglicht die Verknüpfung der Themen „Pixel“ und „Algorithmus“.

Darauf aufbauend können digitale Medien eingesetzt und auch erste Programmieraufgaben (z. B. ScratchJR, CalliopeMini) bearbeitet werden. Die Erfahrungsmaterialen sollen die Kinder zu einer forschenden Grundhaltung und „Wie funktioniert das?“-Fragen animieren, damit digitale Medien nicht unreflektiert konsumiert, sondern als kreative Werkzeuge begriffen werden. Entscheidend dabei ist, dass die verwendeten Materialen und Programme altersgerecht gestaltet sind und, dass die Kinder experimentierend erste informatische Grundbegriffe erwerben können, die zudem einen Bezug zu ihrer analogen Lebenswelt haben. So können Kinder digitale Medien als kreative Gestaltungsinstrumente kennenlernen und medienbezogene Handlungskompetenz aufgebaut werden.

Lehrende und pädagogisches Fachpersonal nicht alleine lassen

Diese und weitere Konzepte können im Lernlabor Vor-Ort ausprobiert werden. Alle Materialien, technischen Geräte und Software stehen im „Digitalen Lernlabor“ zur Verfügung. Der Raum ist so eingerichtet, dass man unterschiedliche Arten der Unterrichtsgestaltung zu den Themen erproben kann (z.  B. Stationenlernen, Freiarbeit). Neben umfangreichen Handreichungen unterstützen Mitarbeitende des Lernlabors die Einführung in die Themengebiete.

Um Barrieren und Berührungsängste zu informatischen Themen und dem Einsatz digitaler Medien bei pädagogischen Fach- und Lehrkräften abzubauen, bietet das digitale Lernlabor die Möglichkeit Aus- und Fortbildungsveranstaltungen zu diesen Themen durchzuführen.

Konzepte weiterdenken

Nicht zuletzt soll das Lernlabor eine systematische Evaluation und Weiterentwicklung der didaktischen Konzepte ermöglichen, um diese auf ihre Anwendbarkeit und Wirksamkeit hin zu überprüfen und um herauszufinden welche Unterstützungsangebote pädagogische Fach- und Lehrkräfte in diesem Bereich benötigen.

Weiterführende Informationen:

https://www.uni-bamberg.de/kogsys/feli/

Kontakt:

Forschungsgruppe Elementarinformatik

Leitung: Prof. Dr. Ute Schmid

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

An der Weberei 5

96047 Bamberg

Tel.: +49 951 863-2860 (Prof. Dr. Ute Schmid)

Mail: feli.kogsys@uni-bamberg.de