Wie Bamberg sich auf den Weg zum Digitalen Rathaus macht

Darstellung: Digital Agenda

Die Stadt Bamberg hat seit 2018 eine Digitale Agenda, um die Digitalisierung im Interesse der Bürger voranzutreiben und zu begleiten. Im Juli 2019 wird das neue Rathaus am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) eröffnet, wo sich analoger Service von Mensch zu Mensch mit digitalen Services paart.

Wie unterschiedlich die Zugänge der Menschen in Bamberg zur Digitalisierung sein kann, zeigt dieser kurze Film:

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Digitalisierung ist dabei kein neues Thema – in Bamberg wie in vielen anderen Städten wird schon seit vielen Jahren intern an digitalen Arbeitsabläufen und für den Bürger an digitalen Services gearbeitet. Das Bayerische E-Government Gesetz und das Online-Zugangsgesetz des Bundes hat die Stadt Bamberg nun aber zum Anlass genommen, die verschiedenen „losen Enden“ des Themas zusammenzuführen und eine Digitale Agenda auf den Weg zu bringen.

Zunächst wurden Gespräche mit anderen Städten und mit allen Ämtern und Einrichtungen der Stadt geführt um die wichtigsten Maßnahmen herauszufiltern. Mit dem Handy-Parkticket, der Online-Bestellung von Geburtsurkunden, öffentlichem WLAN, einem Formularserver und intern mit der forcierten Einführung von Dokumentenmanagement („Digitale Akte“) waren schnell die ersten wichtigen Themen identifiziert.

Besonders aber mit dem Umzug mehrerer Bereiche der Verwaltung mit viel Publikumsverkehr in das neue Rathaus am ZOB im Juli 2019 sollen zahlreiche digitale Maßnahmen zur Verbesserung der Bürgerservices umgesetzt werden. Das betrifft nicht nur Einwohnermeldeamt, Infothek, Sozialamt, Jugendamt und Ausländeramt, sondern auch die Stadtwerke (Energie, Telekommunikation, Verkehr und Bäder) sowie die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadtbau Bamberg. Beispiele hierfür sind:

  • Wie schon Jahre zuvor im Sozialamt, wurde nun auch in Jugendamt und Ausländeramt digitales Dokumentenmanagement eingeführt. Ziel ist es, dass die modernen und hellen Büros ohne Papierakten auskommen und im Kundenverkehr sofortiger Zugriff auf die jeweiligen Fallakten möglich ist. Dazu wurden auch Bestandsakten digitalisiert. Der Schutz der persönlichen Daten bleibt bei der digitalen Akte ohne Einschränkung gewährleistet, Zugriff haben – wie bei der Papierakte – nur die zuständigen Mitarbeiter/innen des jeweiligen Amtes.

 

  • Ein Automat im Wartebereich im EG sorgt für die digitale Erfassung von Bild, Unterschrift und Fingerabdruck mit direkter Netzwerkanbindung an das Fachsystem des Einwohnermeldeamtes. Die digitale Erfassung von Bild, Unterschrift und Fingerabdruck kostet 7 Euro und benötigt nur wenige Minuten. Der Preis wird mit der Gebühr für Personalausweis oder sonstiges Ausweisdokument abgerechnet, es gibt also weiter nur einen Zahlvorgang. Der Automat ist ein zusätzlicher Service gerade für eilige Kunden und beschleunigt außerdem die Prozesse im Einwohnermeldeamt. Papierbilder wie an einem klassischen Automaten gibt es dort aber nicht, schließlich soll das Angebot keine Konkurrenz für den örtlichen Fotofachhandel darstellen. Und wer will, kann natürlich nach wie vor ein biometrisches Bild in Papier mitbringen und einscannen lassen.

 

  • Eine digitale Aufrufanlage ersetzt das bisherige „Nummern ziehen“ wie es z. B. im Einwohnermeldeamt bisher üblich war. Alle Anliegen an Stadtverwaltung, Stadtwerke und die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadtbau werden so im neuen Bürgerrathaus mit intuitiver Bedienung „kanalisiert“ und damit die Erledigung beschleunigt.

 

Wie funktioniert das? An zwei Begrüßungsbildschirmen kann man mit wenigen Berührungen auswählen, bei welcher Stelle man etwas erledigen möchte und welche Art Anliegen man hat. Dann wird man an die richtige Stelle gemeldet und bekommt (wie bisher gewohnt) ein Papierticket mit einer Nummer. Wer mit der Bedienung unsicher ist, wendet sich am Eingang gleich an freundliche Mitarbeiter/innen an der Infothek, die gern weiterhelfen und Fragen beantworten und bei Bedarf das passende „Ticket“ buchen und ausdrucken. Im Wartebereich informieren große Bildschirme, welche Tickets zu welchem Schalter gerufen werden.

Für mobile Menschen besonders praktisch: Das System ermöglicht es sogar, mit dem Mobiltelefon schon auf dem Weg zum Rathaus zu prüfen, wie viele Personen bereits bei der jeweiligen Stelle „in der Schlange“ stehen und sich von unterwegs schon „anzustellen“. Denn zum Beispiel beim Einwohnermeldeamt wird der Andrang, wenn gerade Monats- und Semesteranfang ist, weiterhin groß sein. Perspektivisch ist daher auch die Möglichkeit vorgesehen, via Internet Termine an einem anderen Tag anzubieten.

Und weitere Herausforderungen warten auf Bamberg: Die Umstellung der Stadtratsarbeit und auch der Aufsichtsgremien städtischer Töchter von Papiervorlagen auf Tablets stellen einen einschneidenden Kulturwandel dar. Geprüft werden darüber hinaus die Integration weiterer Geodaten-Anwendungen und der Aufbau eines weitreichenden Funknetzes für Sensordaten. Die Reise in die digitale Zukunft hat also gerade erst begonnen.

Bei alldem wollen wir in Bamberg Bürger/innen und Mitarbeiter/innen immer mitnehmen und so verhindern, dass Digitalisierung am tatsächlichen Bedarf vorbei geplant wird. Deshalb führen wir ständig Gespräche mit den beteiligten Bereichen der Verwaltung und haben mit einer öffentlichen Veranstaltung in der VHS auch schon die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gestartet.

 

Weiterführende Informationen:

https://www.stadt.bamberg.de/Schnellnavigation/Startseite/Umzug-ins-Rathaus-am-ZOB-hat-begonnen.php?object=tx,2730.5&ModID=7&FID=3267.314.1&NavID=2730.2

Digitale Agenda: https://www.stadt.bamberg.de/buergerinformationssystem/to020.asp?TOLFDNR=19860

Kontakt:

Dr. Stefan Goller

Berufsmäßiger Stadtrat

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